Empfehlungen für die Früh-Schwangerschaft

Ernährung:

Einige Nahrungsmittel können Infektionen auf Schwangere übertragen und sind daher möglichst zu meiden:

- rohes oder nicht durchgebratenes Feisch; Rohfleischerzeugnisse (z.B. Tatar)

- Rohmilchprodukte (z.B. Weichkäse, Mozzarella)

- vorgefertigte Schnitt- und Rohsalate

- rohe Fischereierzeugnisse (z.B. Austern, Shrimps, Kaviar, Sushi)

Folsäure:

Der Nutzen einer Folsäuresubstitution zur Verringerung des Risikos eines "offenen Rückens" oder von Herzfehlern ist eindeutig belegt. Wir empfehlen in der Regel die Einnahme eines Kombinationspräparates in Verbindung mit Jod (z.B. "Folio forte")

Alkohol-, Nikotin- sowie Drogenkonsum sind zu vermeiden, da sie beim Ungeborenen zu Fehlbildungen und Fehlentwicklungen führen können. 

Pränataldiagnostik

Erst-Trimester-Screening - Nackentransparenz - NT-Messung  

 

Die Abbildungen auf der rechten Seite zeigen eine sonographische Messung der Nackentransparenz (physiologische Flüssigkeitsanreicherung im fetalen Nacken) in der 11.-14 (11+0 - 13+6 SSW) Schwangerschaftswoche.

Eine verbreiterte Nackentransparenz deutet auf ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21, 18, 13 und verschiedene Fehlbildungen hin. Die zusätzliche Bestimmung von Parametern aus dem mütterlichen Blut wie PAPP-A (pregnancy associated plasma protein A) und freies ß-HCG kann die Entdeckungssrate von chromosomalen Fehlbildungen weiter erhöhen.

Es ist derzeit das beste Verfahren zur Abschätzung des individuellen Risikos für Trisomie 21 (Mongolismus, Down-Syndrom). Eine sichere individuelle Voraussage hinsichtlich einer genetischen Fehlbildung ist jedoch damit nicht möglich - es handelt sich lediglich um eine statistische Aussage.

Die Ärzte der Praxis sind durch die FMF-Deutschland zur Durchführung dieser Ultraschalluntersuchung zertifiziert.

  

NIPT-Diagnostik (Nicht-invasive-pränatale-Testung)

 

Mit Hilfe der NIPT-Diagnostik lassen sich die häufigsten Chromosomenstörungen (Trisomie 21, 18 und 13) mit hoher Sicherheit ausschließen. Die Untersuchung erfolgt über das mütterliche Blut und ist mit keinem Fehlgeburtsrisiko verbunden.

Derzeit werden in Deutschland unterschiedliche Tests angeboten.

Die Tests sind ab der vollendeten 9. Schwangerschaftswoche (9+0) möglich und für Frauen mit einem erhöhten Risiko für Trisomie 13, 18 und 21 gedacht. Wir empfehlen vor der Durchführung einer NIPT-Diagnostik eine genaue Ultraschalluntersuchung zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche.

Gerne beraten wir Sie hierzu in einem persönlichen Gespräch.

 

Amniozentese (AC), Fruchtwasserpunktion 

 

Gegenüber der vorhergehenden Methode bietet die Amniozentese, bei der durch eine Punktion über die Bauchdecke unter ultrasonographischer Kontrolle etwa 15 ml Fruchtwasser entnommen werden, eine sehr zuverlässige chromosomale Diagnostik. Das Ergebnis hinsichtlich Trisomie 21, Trisomie 18, bzw. Trisomie 13 kann durch FISH-Technik (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) innerhalb von 24 Stunden gewonnen werden. Das durch die Amniocentese bedingte Abortrisiko liegt bei etwa 1:250.

  

 

 

Organ-Ultraschall (ab 19+0 SSW)

 

Die Ultraschalluntersuchung ist eine nebenwirkungsfreie Methode zur bildlichen Darstellung des Ungeborenen. Zwischen 19 und 21 SSW können wir einen eingehenden Organ-Ultraschall durchführen. Dieser ist wesentlich umfangreicher als der gemäß den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehene Ultraschall in diesem Zeitraum. Neben speziellen Geräten erfordert er auch große Erfahrung des Untersuchers.

Die spezielle Organ-Sonographie wird von Ihrem Frauenarzt nur bei bestimmten Indikationen veranlasst. So zum Beispiel:

  • - bei Paaren, die bereits ein krankes Kind haben
  • - bei Erbkrankheiten der Eltern oder bei Erkrankungen der Mutter, die sich negativ auf 
  •   die Entwicklung eines Kindes auswirken können (z.B. Diabetes mellitus)
  • - wenn die Mutter in der Frühschwangerschaft Medikamente einnehmen musste oder
  •   sich einer intensiven Röntgenuntersuchung oder einer Strahlenbehandlung
  •   unterziehen musste
  • - bei familiärer Belastung mit möglicherweise vererbten Erkrankungen
  • - bei Problemen während eines früheren Schwangerschaftsverlaufes
  • - bei jeglicher Auffälligkeit in den Screening-Untersuchungen gemäß
  •   Mutterschaftsrichtlinien beim Frauenarzt
  •  

Bei bestehender Indikation und entsprechender Überweisung Ihres Frauenarztes werden die Kosten der von uns durchgeführten Untersuchungen von den Krankenkassen übernommen. Wir führen den Organ-Ultraschall aber auch als Selbstzahlerleistung durch.

Was kann im Ultraschall beurteilt werden ?

 

Bei guten Untersuchungsbedingungen, wobei die Lage des Kindes und die Stärke der mütterlichen Bauchdecke eine entscheidende Rolle spielen, dauert eine umfassende Ultraschall-Untersuchung etwa 30 bis 40 Minuten. Dabei betrachten wir alle darstellbaren Organe und Merkmale des Ungeborenen:

  • - das altersentsprechende kindliche Wachstum
  • - die Fruchtwassermenge
  • - das Aussehen und die Funktion aller sichtbaren Organe inklusive des Herzens
  • - der Blutfluss in der Nabelschnur
  • - die Lage und das Aussehen der Plazenta
  • - das Durchblutungsverhalten in den Gebärmuttergefäßen (zur Beurteilung der
  •   Mutterkuchenfunktion und -reifung)

 

 

Eine Ultraschall-Untersuchung kann jedoch niemals alle körperlichen oder chromosomalen Fehler und bei weitem nicht alle Krankheiten eines Menschen aufzeigen.

 

3D/4D-Sonographie für die Geburtshilfe

 

Die Versuche Ultraschallbilder in dreidimensionaler Form darzustellen reichen mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Jedoch ermöglichte erst die enorme Rechenleistung moderner Computer die Volumendarstellung von Ultraschallbildern im Echtzeitformat wie sie heute klinische Anwendung findet.


Was kann die neue Ultraschalltechnologie?
Diese modernen Volumensonographiesysteme ermöglichen einerseits eine Oberflächendarstellung des Feten. Auf der anderen Seite gestatten sie die Kalkulation von Ultraschallbildern aus einem Volumenblock, die mittels konventioneller B-Bild Darstellung nicht zu gewinnen sind. 

Neben der Echtzeitdarstellung hat auch die moderne Schallkopftechnologie zur Verbreitung der Methode im Praxis-Alltag beigetragen.

 
Welche klinische Bedeutung hat diese Technologie?
Für die Eltern sind die eindrucksvollen plastischen 3D-Bilder vom Gesicht des ungeborenen Kindes von großer Bedeutung. Sie unterstützen die vorgeburtliche Eltern-Kind-Beziehung, da sie einen sehr lebensnahen Eindruck vom ungeborenen Kind geben. Die Darstellung von 3D-Bildern im Echtzeitformat, dem sogenannten 4D oder real-time 3D Ultraschall eröffnet die Möglichkeit zum Studium von komplexen fetalen Bewegungsverhalten. Besondere klinische Bedeutung hat die Echtzeitdarstellung von Volumendaten für die Analyse des fetalen Herzens. Auf diese Weise lässt sich ein räumlicher Eindruck der Herzanatomie am schlagenden Herzen gewinnen.

Unzweifelhafter Vorteil der 3D-Ultraschalltechnologie ist es, das Ausmaß eines Befundes, sei es eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, einen Bauchwandbruch oder einen offenen Rücken, besser mit den Eltern aber auch mit Konsiliarärzten aus der Kinderheilkunde oder der Kieferchirurgie besprechen zu können.

Ausblick
Somit bietet diese neue Technologie sowohl für die medizinische Diagnostik aber inbesondere für die Schwangere eindrucksvolle, bislang nicht verfügbare Bildinformationen.

Für die Schwangere ist der Nutzen aus dem unmittelbaren Erleben ihres ungeborenen Kindes klar. Der medizinische Nutzen der Technologie muss gerade in Zeiten eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge noch geklärt werden. Erste Untersuchungen, welche auf die diagnostische Bedeutung der aus einem Volumenblock heraus frei wählbaren Schnittebenen abzielen oder die Möglichkeiten der Volumenkalkulation untersuchen, zeigen vielversprechende Ergebnisse. 

 

Was bedeuten diese Untersuchungen für mich ?

 

  • In erster Linie dient diese umfassende Untersuchung dazu, bei Auffälligkeiten in der Vorsorge eine exakte Diagnose zu stellen und Risikoschwangerschaften zu begleiten.

     

    Wird eine Erkrankung oder Fehlbildung Ihres Kindes festgestellt, so können wir gemeinsam mit Ihnen rechtzeitig Konsequenzen für den weiteren Schwangerschaftsverlauf (z.B. weitere Diagnostiken oder Therapiemöglichkeiten) oder für die Geburt (z.B. Einbindung weiterer Spezialisten, Auswahl der Entbindungsklinik) ableiten.

     

  • Vielen werdenden Eltern hilft der Ultraschall, die Beziehung zu ihrem ungeborenen Kind zu vertiefen. Ein unauffälliger Organ-Ultraschall bringt ihnen Sicherheit und Beruhigung für den weiteren Schwangerschaftsverlauf.

  • Jede vorgeburtliche Untersuchung kann aber auch unerwartete Auffälligkeiten ergeben und Sie vor die Entscheidung über weitere Untersuchungen und Konsequenzen stellen.

  • Viele Eltern, bei deren Kind eine Erkrankung oder Fehlbildung festgestellt wurde, finden in Selbsthilfegruppen eine wichtige Unterstützung. Gern vermitteln wir entsprechende Kontakte.